Von der Lehmgrube zum Sportplatz

Seine Anfänge als Postsportplatz nahm das Areal 1919, nachdem das aufgelassenen Ziegelwerk der „Wienerberger Ziegelfabrik und Baugesellschaft in Wien“ Platz für andere Verwendungen bot und vom Lehrersportverein in Währing gepachtet wurde. Nach einem kurzen Gastspiel als Müllhalde, welche rasch von der umliegenden Bevölkerung beanstandet wurde, gibt es bereits im Oktober 1919 einen Hockeyplatz, einen Fußballplatz, sowie Tennisplätze die im Winter als Natureisbahnen verwendet wurden. Außerdem wurde eine Baracke als Buffetgebäude errichtet.

Der Postsportverein

Bereits vor dem 1. Weltkrieg angedacht, wurde am 26. September 1919 unter den fußballbegeisterten Post- und Telegraphenbediensteten ein gemeinsamer Sportverein namens „Sportverein der Post- und Telegraphenbediensteten“ gegründet. 10 Jahre nach der Gründung gab es bereits 9 Sektionen und über 600 Mitglieder, nur besaß der Verein bis Mitte der 30er Jahre keinen eigenen Sportplatz. Auf Grund zahlreicher Fusionierungen mit anderen Vereinen, unter anderem dem Lehrersportverein, kam es 1937/38 endlich zum Pachtvertrag und somit zur Geburtsstunde des Postsportplatzes in Wien.

Der Anschluss und 2. Weltkrieg

Im 3. Reich wurde das gesamte Areal in die Deutsche Reichspost eingegliedert und dabei 6 Baracken am Postsportfeld in Wien-Hernals, dem heutigen Christine-Nöstlinger Park, für Zwangsarbeiter errichtet. Nach Ende des Krieges blieb der Platz bis 1954 von den Alliierten besetzt (mit Ausnahme der Tennisplätze die 1946 schon wieder bespielt wurden), die ihn teilweise als Parkplatz für schwere Fahrzeuge verwendeten, sogar ein Flugzeuglandeplatz war im Gespräch.
Am 14. Juli 1956 wurde das Areal dann wieder offiziell von der Post- und Telegraphenverwaltung übernommen und Teile davon 1957 zur Parkfläche (Christine-Nöstlinger Park) umgewandelt.

 

 

Der Wieder­aufbau – „Die goldenen Jahre“

1961 – Franz Jonas (Bürgermeister) eröffnet die frisch renovierte Anlage in der Roggendorfgasse.

Am 24. Februar 1969 legte der damalige Generaldirektor der Post Dr. Heinrich Übleis ein 10-Jahres-Programm vor, das die Schaffung eines Postsport- und Erholungszentrums vorsah.

1972 – 17 Tennisfreiplätze und Center-Court für 768 Zuschauer*Innen, sowie eine Traglufthalle über 2 Plätze für den Winter.

1973 – Eröffnung der 32-Bahnen-Bowlinghalle durch Leopold Gratz (Bürgermeister) und Fred Sinowatz (Unterrichtsminister).

1974 – erstes Davis-Cup-Spiel Österreich gegen Neuseeland, live im Fernsehen übertragen.

1975 – weitere 12 Tennisplätze, sowie der Neubau einer Sauna.

1978 – der Verein zählt mittlerweile 26 Sektionen und rund 10.000 Mitglieder*Innen.

1994 – zählt der Bestand des Vereins: 3 Fußballplätze, 50 Tennisplätze, 2 Trainingshallen, eine 2-Platz-Tennishalle, Bowlinghalle mit 32 Bahnen Leichtathletikanlagen, einen Landhockeyplatz, ein Handballkleinfeld, eine Minigolfanlage, sowie eine Mehrzweckhalle und Squash-Courts.

Die letzten 20 Jahre

Um die Jahrtausendwende hatten die Damen im Postsportverein das Sagen. Im Volleyball startete in den späten 90iger Jahren ein beispielloser Siegeszug der Damen des Post SV.

Nicht weniger als 23 Österreichische Staatsmeistertitel eroberten die erfolgreichen Postsportlerinnen, zuletzt in der Saison 2016/17.

Ein ähnliches Bravourstück leisteten die Basketballerinnen des Post SV, die von 2006 bis 2018 12 österreichische Meisterschaften in Serie holten.

Kleinere Brötchen wurden in der Hockeysektion gebacken, hier holten die Herren zuletzt 2006 den österreichischen Meistertitel.

Das Sportangebot wurde in den letzten 15 Jahren um 3 Beachvolleyballplätze erweitert. 2 der 3 Fußballplätze verfügen über einen Kunstrasenbelag, der Hockeyplatz wurde zuletzt 2017 mit einem neuen Kunstrasenbelag versehen.

Der Verein in Zahlen

1919 – Gründung, kein eigener Sportplatz (Nutzung Lehrersportplatz Hernals)

1929 – Bereits 9 Sektionen und 600 Mitglieder*Innen

1972 – 23 aktive Sektionen und 8000 Mitglieder*Innen

1994 – 26 Sektionen, 47 Mitglieder­gruppen und 10.000 Mitglieder*Innen; Neubauten: Garderobengebäude (beherbergt Trainingszentrum für Gewichtheber und 2 Squashcourts) Fußballkunstrasenplatz, Sauna­schwimm­becken und ein eigenes Klubgebäude für die Fußballsektion

2018 – 18 Sektionen (Basketball, Bowling, Fußball, Gerätetauchen, Gewichtheben, Handball, Hockey, Judo, Kunst, Minigolf, Modellbahn, Motorsport, Ski, Sport­kegeln, Sportschützen, Tennis, Tischtennis und Volleyball)
Aktuell zählt der Verein 5000 Mitglieder*Innen

Quellen:
Lenz, Erwin: „Von der Laimgrube zum Postsportplatz“, Bezirksmuseum Hernals, 2000
Srnka, Franz: „psv aktiv“ – Mitteilungsblätter, Postsportverein Wien, 2011-2018